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Biathlon-DM 2012

Sonntag, 23. September 2012: Frühmorgens machen wir uns auf den Weg nach Oberhof zur Deutschen Meisterschaft im Biathlon. Manch einer hat angesichts unseres bevorstehenden Ausfluges gefragt: Was, Biathlon? Liegt da schon Schnee?

Nein, natürlich nicht, es wird auf sog. Skirollern gelaufen, ähnlich Inline-Skates, aber mit den ganz normalen Langlaufschuhen und Stöcken. Da im Winter aufgrun d des dicht gedrängten Terminplans im Weltcup schlicht keine Zeit mehr ist für eine Deutsche Meisterschaft, hat man diese vor einigen Jahren in den Frühherbst verlegt. Im Wechsel tragen zum Beispiel auch Altenberg und Ruhpolding die DM aus.
Im Gegensatz zu den Weltcup-Tagen im Januar muss man sich auch nicht bereits Stunden vor Wettkampfbeginn seine Plätze sichern, da sich die Zuschauermenge mit geschätzt 7500 im „kleinen“ Rahmen hielt.
Auch viele Ehemalige konnten gesichtet werden, allen voran Kati Wilhelm, die ihre kleine Tochter Lotta im Kinderwagen durch die DKB-Ski-Arena am Oberhofer Grenzadler (Karte) schob. Weiter trafen wir zum Beispiel Sven Fischer (TV-Experte beim ZDF), Ricco Groß (mittlerweile im Trainerstab), Peter Sendel und die „Neu-Ehemalige“ Sabrina Buchholz, die erst tags zuvor ihren Rücktritt vom Leitungssport vollzogen und ihr letztes Rennen absolviert hatte.
Am heutigen Tag standen die Massenstartwettkämpfe der Frauen und Männer auf dem Programm, v.a. bei den Damen war die DM eine wichtige erste Standortbestimmung nach dem Weggang des Stars im Team Magdalena Neuner.
Und es sorgte ausgerechnet die (Dienst-)Älteste im Team für den Glanzpunkt des Tages. Andrea Henkel, sonst kein Freund von Skirollerwettbewerben siegte vor Nadine Horchler und Maren Hammerschmidt. Die Neu-Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle wurde in der nationalen Wertung am Ende gute sechste.
Nach den Juniorenrennen und einer langen Mittagspause, in der wir einen kleinen Spaziergang über die Skirollerstrecke unternehmen konnten, stand dann das Männerrennen auf dem Programm. An Ende hatte Florian Graf die Nase vorn, gefolgt von Erik Lesser und Altmeister Michael Greis. In der internationalen Wertung schob sich noch der derzeit beste Schweizer Biathlet Benjamin Weeger auf den dritten Platz.

Alles in allem war es mal wieder ein netter Ausflug zum Biathlon, ohne Winterkälte und Schnee. Ganz ohne das vom Weltcup bekannte „Hauen und Stechen“ um die vordersten Plätze kann man auch mal problemlos mit den Athleten ein paar Worte wechseln oder ein Foto machen. Die Stimmung in der Arena ist sicher im Winter nicht zu toppen, eine Biathlon-DM ist aber gerade wegen der noch möglichen Nähe zu den Stars immer eine Reise wert.

Weitere Infos zur Biathlon-DM gibt es beim Veranstalter WSV Oberhof.

Die Heimreise erfolgte im Gegensatz zur Anreise, die auf der A73 via Bamberg, Coburg und Suhl führte nicht auf der gleichen Strecke, wir wollten vielmehr eine Rundreise daraus machen. So folgten wir ab dem Dreieck Suhl der A71 bis kurz nach Meiningen. Von da ging es auf Landstraßen zur ehemaligen innerdeutschen Grenzübergangsstelle Eußenhausen-Henneberg (Karte), seit einigen Jahren als Gedenkstätte mit einem kleinen Freilichtmuseum ausgestattet, welches an die unrühmliche Zeit der deutschen Teilung erinnern soll. Nach Besichtigung der alten Grenzbefestigungsanlagen (u.a. mit einem Fahrzeugrammbock) und des Skulpturenparks bestiegen wir noch den alten, dem Verfall preisgegeben Grenzturm auf dem ehemaligen Todesstreifen. Es war durchaus ein etwas beklemmendes Gefühl, in dem Wissen, dass hier jahrelang DDR-Grenzsoldaten ihren Dienst taten und notfalls mit Schusswaffen Personen an der Flucht hindern mussten.

 

Fotos von der Biathlon-DM:

 

Fotos von der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze:

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