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Urlaub in Bergün, Graubünden, Schweiz | Juni 2013

Nach einer längeren Pause war es wieder einmal an der Zeit für einen, wenn auch kurzen, Urlaub im Lieblingsland des Webmasters, in der schönen Schweiz.

St. Moritz | Wiesen | Latsch

Die Aussichten des Wettergotts verhießen, wie im Frühjahr 2013 ja fast schon üblich, nichts allzu Gutes, was sich mit viel Regen in den ersten Tagen auch bewahrheiten sollte. So begnügten wir uns mit kleinen Ausflügen, zum Beispiel nach St. Moritz oder an den berühmten Wiesener Viadukt der RhB-Strecke Filisur-Davos. Das Wiesener Viadukt ist mit knapp 90m Höhe die zweithöchste Brücke und größte Steinbogenbrücke der RhB. Die Brücke kann auf einem Fußgängersteig überquert werden, ein spannendes Unterfangen, vor allem, wenn gerade ein Zug die Brücke befährt.

Blick aus der Ferienwohnung auf das Reka-Feriendorf
Blick aus der Ferienwohnung auf das Reka-Feriendorf
Das Heididorf Latsch - 1952 Drehort der ersten deutschsprachigen Verfilmung
Das Heididorf Latsch – 1952 Drehort der ersten deutschsprachigen Verfilmung
Spaziergang zur größten Brücke der RhB - dem Wiesener Viadukt
Spaziergang zur größten Brücke der RhB – dem Wiesener Viadukt

 

 

Auch ein kurzer Besuch im Heidi-Dorf Latsch oberhalb Bergün durfte nicht fehlen, dort und in Bergün selbst wurde in den 1950er-Jahren der erste deutschsprachige Heidifilm gedreht.

Weiterführende Infos:
graphic-design Tourismus Bergün-Filisur
graphic-design REKA-Feriendorf Bergün
graphic-design Heididorf Latsch bei Wikipedia
graphic-design Wiesener Viadukt bei Wikipedia

Glücklicherweise gab es in unserem Quartier im Reka-Feriendorf in Bergün im Kanton Graubünden mehr als genug Animation für die Kids, weswegen es trotz des wolkenverhangenen Himmels nicht langweilig wurde. Und wenn die Kleinen alle Spielgeräte durch hatten, konnte man im angeschlossenen Hallenbad wunderbar planschen und entspannen. Dort bekamen wir auch gleich mehrere Tipps für die bevorstehenden Schönwettertage, wovon wir einen prompt in die Tat umsetzten:

Fahrt mit dem Bernina-Express nach Tirano, Italien | 12.06.13

Es war sowieso geplant, mit der Rhätischen Bahn – das Wochenticket war im Preis unserer Ferienwohnung sogar beinhaltet – über Albula und Bernina nach Tirano in Italien zu fahren. Normalerweise geht das ab Bergün im Regioexpress nur mit 2x Umsteigen in Samedan und Pontresina. Der Tipp aus dem Schwimmbad hat sich also voll gelohnt, denn im eigentlich zuschlagpflichtigen Bernina-Express sind wir ganz vorne im Triebwagen eingestiegen und konnten so ohne Umsteigen durchfahren und noch dazu die Fenster öffnen, was den Passagieren der Panoramawagen leider nicht möglich ist. Pünktlich um 9.47 Uhr fuhr der Bernina-Express in Bergün ein, wir machten es uns im nagelneuen Triebwagen ABe 8/12 „Allegra“ gemütlich, und los ging die Fahrt auf einer regelrechten Alpen-Achterbahn.

Einfahrt Bernina-Express Chur-Tirano in Bergün, bitte einsteigen!
Einfahrt Bernina-Express Chur-Tirano in Bergün, bitte einsteigen!

Gleich nach der Ausfahrt aus unserem Feriendorf geht es über den wohl spektakulärsten Abschnitt der UNESCO-Welterbe-Strecke der RhB, nämlich über die Kehrschleifen der Albulabahn. Ständig wechselt der Zug über mächtige Viadukte die Talseite, die Orientierung fällt manchmal nicht leicht. Nach 12km Fahrt (Luftlinie wären es gerade mal 5km gewesen) erreichen wir Preda am Nordportal des gut 5km langen Albulatunnels, dem höchstgelegenen Alpendurchstich auf 1800müM. Nach der Fahrt durch die Dunkelheit gelangen wir in Spinas wieder ans Tageslicht und erreichen nach der Fahrt durch das einsame Val Bever Samedan im Engadin, wenig später auch Pontresina.

Ab hier wird es wieder interessant, es beginnt der Aufstieg auf dem Berninapass, was unserem „Allegra“ mit seinen gut 3150 PS aber keinerlei Mühe bereitet. Wir passieren so berühmte Stationen wie Morteratsch (gleichnamiger Gletscher), die Montebellokurve mit Aussicht auf Piz Palü und Piz Bernina oder die Talstation der Diavolezza-Seilbahn. Die letzten Schneereste des langen Winters begleiten uns auf dem Weg entlang des Laj Nair und des Lago Bianco, bevor wir den höchsten Punkt der gesamten Strecke auf 2253m Höhe erreichen. Den Bahnhof Bernina Ospizio durchfahren wir ohne Halt, kurz darauf beginnt der lange Abstieg nach Italien.

Passlandschaft am Bernina - unser Express fährt entlang des Lago Bianco
Passlandschaft am Bernina – unser Express fährt entlang des Lago Bianco

Bereits nach wenigen Kilometern ein erstes Highlight: die Haltestelle Alp Grüm, die der Lokführer sogar ganz speziell ankündigt, dort wird nämlich ein 15minütiger Fotohalt eingelegt. Ein regelrechtes Schauspiel bot sich uns, als sich die Türen öffneten und die zum größten Teil aus Fernost stammenden Passagiere aus dem Panoramawagen sprangen um in der kurzen Zeit tausende Fotos zu schießen. Es ist aber auch ein schönes Fleckchen Erde hier oben, mit einer atemberaubenden Aussicht ins Puschlav mit dem Lago di Poschiavo und der 400m tiefer liegenden Station Cavaglia, die wir wenig später und nach mehreren Spitzkehren mit Kehrtunnels dann auch erreichen werden.

In der 180°-Kurve unterhalb Alp Grüm

Weitere 4 Spitzkehren und knapp 250 Höhenmeter später erreichen wir den Hauptort des Puschlav, Poschiavo. Noch immer sind wir über 1000m ü.N.N., es stehen weitere fast 600 Höhenmeter auf dem Programm. Kein Problem für die nun stark strapazierten Bremsen des „Allegra“. Abwechslungsreich geht es nun durch die wie an einer Perlenschnur aufgereihten Orte des Puschlav, die wir teilweise einer Straßenbahn gleich durchfahren. Kurz nach dem türkisblauen Lago di Poschiavo kommt die letzte Steilstufe der Reise mit dem Wahrzeichen der gesamten Bernina-Strecke, dem weltweit einmaligen offenen Kreisviadukt bei Brusio. Mit quietschenden Rädern fährt der Zug eine komplette 360°-Runde und erreicht wenig später den Grenzort Campocologno. Noch 3km, noch 100 Höhenmeter und wir rumpeln begleitet vom Bimmeln der Bahnübergangs-Läutwerke über den Platz vor der Wallfahrtskirche Madonna di Tirano, wenige Augenblicke später ist der Endbahnhof Tirano in der Lombardei erreicht.

„Straßenbahn“ vor der Wallfahrtskirche Madonna di Tirano

Den kurzen Aufenthalt gilt es sinnvoll zu nutzen, natürlich kulinarisch, die leckere Pizza auf der Terasse des -der Name ist Programm- Hotel Bernina lassen wir uns besonders schmecken.

Viel Zeit für einen Rundgang durch das schöne Städtchen Tirano bleibt leider nicht, schon müssen wir wieder zum Bahnhof. Nach Hause bringt uns (leider) kein Bernina- sondern ein normaler Regio-Express, was auch zweimal Umsteigen in Pontresina und Samedan bedeutet. Die Strecke erscheint am Nachmittag in einem ganz anderen Licht und bietet wieder neue Motive für den Fotografen. Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet erreichen wir am Abend nach gut 6 Stunden atemberaubender Zugfahrt wieder unseren Ferienort Bergün.

gpsies Der Track bei GPSies.com zum Anschauen und als Download
Weiterführende Infos:
graphic-design Rhätische Bahn
graphic-design Die Bernina-Bahn bei Wikipedia
graphic-design Homepage von Tirano

 

Wanderung Preda-Bergün | 13.06.13

Das Thema „Eisenbahn“ ist im Bahndorf Bergün natürlich allgegenwärtig, was sich am Tag nach unserer schönen Bahnfahrt gleich bestätigen sollte. Weiterhin bei Pracht-Bergwetter fuhren wir zum dritten Mal auf der Albula-Strecke, diesmal aber nur bis zum Bahnhof Preda am Nordportal des Albula-Tunnels. Auf dem Programm stand die berühmte Wanderung auf dem Bahnerlebnispfad zurück nach Bergün.

Bei Preda – Ausgangspunkt der Wanderung nach Bergün

Immer wieder habe ich bei diversen Aufenthalten in der Schweiz bemerkt, dass für die Bahnfans einfach alles getan wird, um ihnen das Fotografieren und Wandern entlang der Strecken möglichst angenehm zu gestalten. Man spürt einfach, dass die Schweiz und die Schweizer eine ganz besondere Beziehung zu ihren Eisenbahnen haben. Ganz besonders merkt man dies auf unserer heutigen Wanderung, der Weg ist gespickt mit Infotafeln, auf denen alles Wissenswerte zu Bau und Betrieb der Albulabahn zu lesen steht.

Bei zunächst mäßigem Gefälle vorbei am Weiler Naz erreichen wir recht schnell den interessantesten Teil der Strecke, das sog. Albulakarussell. Von einem wunderschönen Rastplatz aus lässt sich der Zugverkehr perfekt beobachten, in kurzer Zugfolge befahren die Regio-Express-Züge Chur-St. Moritz, mehrmals am Tag der Glacier-Express sowie der Bernina-Express und diverse Güterzüge die Strecke. Fast die komplette Fahrzeugflotte der RhB lässt sich so an einem Tag beobachten.

Regio-Express im Albula-Karusell

Nach einem etwas steileren Wegstück und nach Unterquerung des Albula-Viadukt IV erreichen wir bald den nächsten Fotohalt kurz vor Viadukt III. Unschwer geht es weiter zu Viadukt II und I. Letzterer schließt direkt am Portal des Rugnux-Kehrtunnels an und überquert Albula-Passstraße und Fluss, an dieser Stelle verengt sich das Tal zur Schlucht.

Wanderweg – Albula-Fluss – Passstraße – Bahntrassee – ganz schön eng!

Auch die zweite Hälfte des Weges hält Überraschungen für uns bereit, ersteinmal müssen wir einen anstrengenden Gegenanstieg bewältigen, kurz darauf ist der Weg aufgrund Baumfällarbeiten unterbrochen und wir müssen einen steil abwärts führenden Behelfsweg mitten durch den Wald nehmen. Im Talboden angekommen, waren wir doch einigermaßen außer Puste, mussten aber die letzten Kilometer nach Bergün noch hinter uns bringen. Am Ende schlauchten die gut 7km Wegstrecke bei 500 Höhenmetern Abstieg mehr als ursprünglich angenommen, da war ein bisschen Wellness im Hallenbad sehr angenehm.

GPS-Trackaufzeichnung mit Höhenprofil:

gpsies Der Track bei GPSies.com zum Anschauen und als Download
Weiterführende Infos:
graphic-design Rhätische Bahn
graphic-design Die Etappe bei webwandern.ch

Ausklang mit Tour de Suisse | 14.06.13

Im Bahnmuseum Bergün

Unser tolles Quartier hat uns spontan zur Äußerung bewogen, dass es beim nächsten Urlaub in Bergün gerne zwei Wochen sein dürfen, weil die Chancen auf besseres Wetter und der Erholungswert so definitiv größer sind. So aber mussten wir langsam aber sicher ans Kofferpacken denken, nicht ohne vorher noch dem Bahnmuseum im Bahnhof Bergün einen Besuch abzustatten. Wir haben ja immer noch nicht genug von der Eisenbahn;-) Multimediales, Historisches, Aktuelles, all das gab es spannend verpackt zu sehen, insgesamt eine tolle Ausstellung zur spektakulären Albulabahn und dazu noch eine liebevoll gestaltete Modellbahn im Maßstab 1:45 mit Motiven der RhB.

Profi-Radsport in Bergün – die Tour de Suisse auf Durchreise

Am Nachmittag vor unserer Abreise stand Bergün ganz im Zeichen des Profi-Radsports, die Tour de Suisse durchquerte das Albulatal auf der Etappe von Meilen nach La Punt. Und so ließen auch wir uns es nicht nehmen und schauten zu, wie die Radprofis im atemberaubenden Tempo um die 90°-Kurve in der Ortsmitte bretterten, gefolgt von den nicht minder langsamen TV-Motorrädern und Begleitfahrzeugen.

Weiterführende Infos:
graphic-design Bahnmuseum Albula, Bergün
graphic-design Tour de Suisse

Abschied von Bergün | 15.06.13

Der Abreisetag war gekommen und der Reiseleiter (=Webmaster dieser Seite) musste seine Mitreisenden ein bisschen motivieren, um auch am letzten Tag noch einmal Eisenbahnluft zu schnuppern. Mit gepacktem Auto und nach gerade einmal 30 Minuten Fahrt war schon der erste Stopp geplant, mit kurzem Spaziergang zu einem weiteren, wenn nicht dem Wahrzeichen schlechthin der Schweizer Eisenbahnen, dem berühmten Landwasserviadukt bei Filisur.

Weiterführende Infos:
graphic-design Landwasser-Viadukt bei Wikipedia
Imposantes Bauwerk – Der Landwasserviadukt bei Filisur

Die Eckpunkte: 6 Bögen, 136m lang, 65m hoch, Fertigstellung 1902, südliches Ende mündet an senkrechter Felswand direkt in einen Tunnel, Komplett-Sanierung 2009, meistfotografierte Eisenbahnbrücke der Schweiz. Staunend standen wir unter den gewaltigen Brückenpfeilern, während ein Bus voller Touristen aus Fernost mehr hektisch als entspannt schnell etliche Fotos schossen, um sogleich wieder zu verschwinden. Gut, dass wir es nicht ganz so eilig hatten. Und so ging es nach der Schaurast aber endgültig auf den Nach-Hause-Weg.



 

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Kommentare

Ulli
Antworten

Super! Da möchte man doch dabei gewesen sein, auch wenn ich Deine Eisenbahn-Begeisterung nicht wirklich teile 🙂

Walter Völklein
Antworten

Hallo Thomas!

Glückwunsch zu deiner gelungenen Seite!
Auch ich bin RhB-, Schweiz- und Fotobegeistert und komme aus Ansbach, auch wenn ich jetzt am Bodensee meine Heimat habe. Aber das liegt viel näher an der Rhb….

Wenn Du wieder mal Fernweh hast, schau auf meinen Hobbyseiten vorbei:

http://www.voelklein-bodensee.de/fokubahn/fokubahn.htm

Gruß vom Bodensee

Walter

Thomas Treiber
Antworten

Hallo Walter, sorry für die späte Antwort und danke für Dein Lob;-)
Das Fernweh wird spätestens im Juni wieder weg sein, da geht es wieder in die Schweiz. Aber deine Seite schau ich mir vorher natürlich auch noch an.
Gruß aus Ansbach
Thomas

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